Mehr Schutz vor Gewalt in Partnerschaft & Familie: Erlanger Kirchengemeinden sammeln

Stuhl mit besticktem Kissen
Bildrechte Diakonie Erlangen

Erschreckend aktuelle Gewaltzahlen

In Erlangen haben die evangelisch - lutherischen Kirchengemeinden und ihre Mitglieder im Frühjahr mehr als 7.000 Euro für diakonische Hilfen gegen häusliche Gewalt gesammelt. Knapp die Hälfte davon fließt direkt in die lokalen Hilfe- und Präventionsstellen der Diakonie Erlangen sowie des Diakonischen Zentrums in Erlangen-Büchenbach. Dort wird unter anderem von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern in akuter Not finanziell und beratend geholfen. Familien in Konfliktlagen, die zu eskalieren drohen, werden pädagogisch begleitet. Auch diakonische Frauenhäuser und Interventionsprojekte in ganz Bayern werden mit den Erlanger Spenden unterstützt. Denn das Thema ist aktueller denn je.

Über 16 Prozent aller Frauen in Deutschland sind von körperlicher Gewalt betroffen – und zwar aus allen gesellschaftlichen Milieus. Psychische Gewalt in einer Partnerschaft erfährt sogar jede zweite Frau (48,7 %) im Laufe ihres Lebens. Bei den Männern sind es ebenfalls 40 Prozent. Dabei ist davon auszugehen, dass diese Zahlen sogar noch deutlich höher liegen: Erst im Februar dieses Jahres hatte das Bundesfamilienministerium mit der deutschlandweiten Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ (LeSuBiA) öffentlich sichtbar gemacht, dass nach wie vor 95 % der Gewaltfälle in (Ex-) Partnerschaften im Dunkeln, das heißt ohne Anzeige, bleiben.

Die Diakonie Bayern hatte deshalb in ihrer jährlichen Frühjahrssammlung Spender*innen aufgerufen, sich für die Opfer und entsprechende Hilfeangebote in der Region zu engagieren. Denn nach wie vor ist die Hilfelandschaft für Gewaltbetroffene auch in Bayern strukturell unterfinanziert – trotz des stetig wachsenden, alarmierenden Bedarfs.

Der Erlanger Dekan Dr. Bernhard Petry sagt dazu: „Die Diakonie fungiert – wie überall in Bayern – als erste Hilfestelle für Menschen in Not. Sie lebt damit einen Auftrag, den wir als nächstenliebende Christinnen und Christen haben. Deshalb danke ich allen Spenderinnen und Spendern aus unseren Gemeinden im Dekanat Erlangen, die diese wichtige Arbeit zuletzt wieder finanziell und solidarisch unterstützt haben.“