Gott findet seinen Weg zu uns - Wort des Dekans zu Pfingsten

Gott findet seinen Weg zu uns - Wort des Dekans zu Pfingsten

Fr., 21.05.2021 - 11:55

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ (Sach 4, 6b)

Dekan Peter Huschke zu Pfingsten(hier als Video) Liebe Schwestern und Brüder!
Mit dem Wochenspruch für die Pfingstwoche grüße ich Sie zum Pfingstfest, zum Geburtstag der Kirche Jesu Christi, die uns zu Schwestern und Brüdern macht. „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ (Sach 4, 6b)

Der Prophet Sacharja hat die Menschen, die in Israel an Gott glauben, schon von mehr als 2000 Jahren an diese Zuversicht und Sicherheit für ihr Leben erinnert: Es wird nichts durch Waffengewalt und Kriege erreicht. Auch das, was ich oder andere mit unserer Kraft in bester Absicht oder in aller Boshaftigkeit zustande bringen, wird im Letzten nicht entscheidend sein. Gottes Geist wird das wirklich Wichtige für uns Menschen geschehen lassen. Gottes schöpferische Liebe führt uns alle unseren Weg als seine Welt, als seine Schöpfung und als seine Kirche. Gut, das wir alle Jahre wieder daran erinnert werden - auch in diesem Jahr mit Pandemie und allen fürchterlichen Kriege, mit den tausenden Heimat Suchenden und den nicht enden wollenden Streitigkeiten zwischen und innerhalb der Religionen und Völker.

Wieder brauche ich diesen uralten Zuspruch. Ich will mir solche Zuversicht und Sicherheit von Gott an Pfingsten neu schenken lassen ...
.. für den privaten Bereich, meine Familie, meine Nachbarschaft, die Menschen, die mir wichtig sind. Ich brauche diese Zuversicht und Sicherheit von Gott, um mit meinen Sorgen und Ängsten um diese Menschen fertig zu werden, um die Freude und die Erfolge, die ich mit diesen Menschen erlebe, genießen zu können und um für andere und für mich handlungs- und liebefähig zu bleiben und neu zu werden. Und ich brauche die Zuversicht und Sicherheit von Gott um mit allen Unsicherheiten im Umfeld der Pandemie und angesichts fürchterliche Kriegen, angesichts von sinnlosem, für mich unverständlichem Tod und angesichts des Hasses unter uns Menschen nicht zu verzweifeln und doch wieder und weiter mutig und entschlossen Schritte ins und im Leben zu allein und vor allem mit anderen gehen.

Am Geburtstag der Kirche, an Pfingsten kann uns das - meine ich – guttun, dass Sie und ich am Pfingstsonntag von Jesus Christus mit seinen Worten im Evangelium solche Zuversicht und Sicherheit zugesprochen bekommen. Jesus Christus sagt da im Johannesevangelium zu den Menschen, für die er und damit Gott wichtig ist:
„Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird, der wird euch alles lehren in meinem Namen, und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Joh 14, 26)
Der Heilige Geist als Tröster ist für mich und für andere seit Jahrhunderten eindrucksvoll hier in der Neustädter Universitätskirche dargestellt. Direkt über dem Menschen, der Gottes Wort verkündigt, haben die Erbauer dieser Kirche den Heiligen Geist als wohlgenährte Taube dargestellt, um daran zu erinnern:  Gott findet seinen Weg zu uns. Er strahlt durch seinen Heiligen Geist Kraft an uns aus – auch hinein in unsere Schwäche und unsere manchmal unzureichenden Worte und Taten. Segnend schwebt Gott als Heiliger Geist stets über uns. Die Taube hier oben am Kanzeldeckel erinnert mich an jedem Pfingstfest, an jedem Sonntag und bei jedem Gottesdienst daran.

Ein Zweites macht für mich Pfingsten als Geburtstag der Kirche in dieser Neustädter Kirche anschaubar. Über allem, was hier vorne geschieht, steht die Pfingstgeschichte. Oben ins Gewölbe des Chores ist die Pfingstgeschichte hineingemalt.  Alles was hier unten geschieht, ist Folge dessen, dass Gott uns seinen Heiligen Geist geschenkt hat und noch schenkt: Deshalb dürfen wir sein Evangelium verkündigen. Gottes Lob erklingt gesungen und gespielt. Es wird gebetet. Wir können Gottesdient feiern, werden zum Abendmahl eingeladen, können in aller Stille trauern oder uns freuen und dazu eine Kerze anzünden. Menschen werden getauft und empfangen Gottes Segen für ihre Ehen. Wir können gestärkt und zuversichtlich wieder hinaus in unseren Alltag gehen und handeln, lieben, Lösungen anstreben, mit Zweifeln fertig werden. „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ Oder, wie Jesus Christus gesagt hat: „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird, der wird euch alles lehren in meinem Namen, und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Diese Zuversicht und Sicherheit schenke Gott uns allen in der Pfingstzeit 2021.
Das wünscht sich und Ihnen 
Ihr Dekan Peter Huschke


 

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