Mehr Ältere von Armut betroffen

Mehr Ältere von Armut betroffen

Do., 21.11.2019 - 09:49

Spendenaktion der Diakonie Erlangen „Erste Hilfe gegen Armut“

Besonders von Armut bedroht und betroffen sind ältere Frauen. Gründe dafür sind u.a. finanziell abhängige Beziehungen, kürzere Zeiten der Erwerbstätigkeit und die steigenden Existenzkosten in den Städten. ERLANGEN. Bayernweit, so das Landesamt für Statistik, sei jede vierte Frau ab 65 und 17,6 % aller Senioren*innen über 64 von Armut bedroht. Laut Statistischem Jahrbuch der Stadt Erlangen ist die Anzahl der Empfänger*innen von Grundsicherung im Alter in Erlangen seit 2011 um fast ein Drittel gestiegen. Diese Entwicklung macht sich auch bei der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) bemerkbar. Mit der Aktion „Erste Hilfe gegen Armut“ ruft die Diakonie Erlangen Mitbürger*innen daher zu Spenden auf.

Denn mit Hilfe von Spenden kann die KASA ihren Klienten*innen bei dringenden Bedarfen aushelfen. Beispielsweise für Elektrogeräte, Brillen-, Zahn- und Medikamentenzuzahlungen oder warme Kleidung.

Die KASA ist eine Beratungsstelle der Diakonie für Ratsuchende mit persönlichen, familiären oder sozialen Nöten. „Oft wird ad hoc Hilfe gebraucht“, weiß Monika Köhler, Leiterin der KASA und der „Fundgrube“. „Wir sind eine Anlaufstelle, die mit den Betroffenen deren individuelle Situation analysiert und gemeinsam nach Lösungen sucht“, erklärt Köhler, „eventuell auch an passende Fachberatungen weitervermittelt.“ Das kann zum Beispiel eine Schuldnerberatung, eine Psychotherapie oder eine Suchthilfestelle sein. Dabei komme der KASA zugute, dass sie in Erlangen so gut vernetzt sei.

Auch in der „Fundgrube“, dem Kleiderladen der Diakonie, kommt das Team der KASA in Kontakt mit Bedürftigen. Die vier Mitarbeitenden der Beratungsstelle sind oft im Laden präsent, um mit Kunden*innen ins Gespräch zu kommen und ihnen gegebenenfalls ihre Unterstützung anzubieten oder sie zur Beratung in die KASA einzuladen. „Bei manchen merke ich, dass ich an diesem Tag der erste Gesprächspartner bin“, erklärt Sozialpädagogin Elisabeth Gerrity, „vor allem bei Älteren“. Ein schmaler Geldbeutel führe oft dazu, dass sich Betroffene zurückziehen. So bleibe Armut im Stadtbild auch eher versteckt.
Viele Ältere suchen Hilfe – Diakonie entlastet Immer mehr Senioren*innen kommen in die Fundgrube und in die Beratungsstelle KASA – mit unterschiedlichsten Problemlagen. Neben finanziellen Nöten belasten z.B. psychische Erkrankungen oder heftige familiäre Krisen den Alltag. „Geldsorgen gehen oft mit anderen Schwierigkeiten einher“, beobachtet Monika Köhler. In der Beratung gehe es häufig um sozialrechtliche Ansprüche und Leistungen: „Wir unterstützen unsere Klienten im Umgang mit Ämtern, Behörden und bei entsprechenden Anträgen“, erklärt sie. Etwa bei Zuschussanträgen für größere Anschaffungen, z.B. wenn die Waschmaschine kaputt geht. Solche unerwarteten Summen können bei einer schmalen Rente, mit Grundsicherung im Alter oder Arbeitslosengeld II und mit Arbeitsstellen im Niedriglohnsektor schwer gestemmt werden. Auch wenn der Zuschuss bewilligt wird, bleiben Kosten, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. „In solchen Fällen versuchen wir, aus dem Notfonds der Diakonie auch finanziell zu helfen, wenn wir können“, so Köhler.

Mit Hilfe von Spenden kann die KASA ihren Klienten*innen bei dringenden Bedarfen aushelfen. Beispielsweise für Elektrogeräte, Brillen-, Zahn- und Medikamentenzuzahlungen oder warme Kleidung.

Unterstützen kann man die Aktion „Erste Hilfe gegen Armut“ mit Spenden auf folgendes Konto: Diakonie Erlangen

  • IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74
  • BIC: BYLADEM1ERH
  • Sparkasse Erlangen
  • Stichwort: Armut

Schlagworte