Das Internet als Medium des Glaubens

Das Internet als Medium des Glaubens

Do., 18.10.2018 - 16:10

Hellmut Hertel verabschiedet sich als Internetbeauftragter des Dekanats  

Hellmut_Hertel_1.jpgWer kennt ihn nicht im Dekanat? Hellmut Hertel, seit vielen Jahren Internetbeauftragter des Evang.-Luth. Dekanats und Mitglied des EGON Team´s des Evangelischen Dekanats in Erlangen. EGON – den Begriff kennt man im Dekanat. Evangelische Gemeinden ONline!

Jeder zumindest der sich im Dekanat mit den Themen Internet, Websites und Digitalisierung im gemeindlichen und dekanatlichen Zusammenhängen konfrontiert sieht, kennt den Namen und Hellmut Hertel als einen der prägenden Köpfe des Teams. Der Entstehung des EGON-Teams lag ein Beschluss des Dekanatsausschusses 2002 zu Grunde. Initiiert und aufgebaut wurde das Team von Klaus Waldmann in Zusammenarbeit mit BildungEvangelisch. Bald war es schon das, was es sein sollte: Eine Kommunikationsplattform für das Dekanat, Gemeinden und Einrichtungen für alle Themen, die den Bereich Internet berühren. Zu diesem Team kam schon bald auch Hellmut Hertel, der sich bereits vorher kirchlicherseits in Herzogenaurach für das Thema Webauftritt und Internet engagiert hatte.

Es war ein Glücksfall: Durch seine berufliche Tätigkeit in der Kraftwerkssparte bei Siemens im Bereich IT und später IT-Strategie war er bestens präpariert. Und da seine Ehefrau Barbara Hertel-Ruf gleichzeitig als Pfarrerin im Erlanger Dekanat aktiv war, war er von Anfang an auch mit den Dekanatsstrukturen verknüpft und kannte viele. Ein Insider mit besonderen Fähigkeiten in einem immer wichtiger werdenden Bereich: der Digitalisierung mit ihren Chancen, aber auch Gefahren. Von seinem Beruf brachte er wichtige Vorrausetzungen für große Dekanatsprojekte mit. So legte er immer Wert auf ordentliche Planung, feste Termine, die Abschätzung von Kosten und mögliche Risiken - Projektmanagement im besten Sinne. Und er achtete zugleich darauf, nicht Projekte im luftleeren Raum zu platzieren, sondern die Projekte wurden den Entscheidungsträgern zur Abstimmung vorgelegt und es war selbstverständlich darüber dann auch Rechenschaft abzulegen.

Die Aufgaben wuchsen mit der Bedeutung der digitalen Welt. An der Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte war Hellmut Hertel maßgeblich beteiligt. Ob es die anfängliche Zusammenarbeit mit der Agentur „ercas“ war, oder später die Entscheidung, auf das Content-Management-System Drupal umzusteigen. Er unterstütze das, begleitete viele Internetauftritte und beteiligte sich an Fortbildungen. Beim Umzug des Servers zu einem neuen Anbieter war er gefordert, ebenso als der Sever einmal abstürzte. Immer begleitete Hellmut Hertel die neuen Schritte und dachte mit, wenn neue Themen, wie in den letzten Jahren besonders das Thema „Datenschutz“, aufkamen. Die Aufgaben wuchsen und nach Eintritt in den beruflichen Ruhestand konnte sich Hellmut Hertel weiteren Themen widmen.

Und der Erlanger Internetbeauftragte hinterließ auch in München deutliche Spuren. Seine Kontakte ins Landeskirchenamt waren immer gut. Als Sprecher der Internetbeauftragten saß er über 2 Jahre am „Runden Tisch“ im Landeskirchenamt. Die Internetstrategie der Evangelischen Kirche in Bayern entstand. Hellmut Hertel nahm immer wieder an den bayerischen Netzwerktreffen teil und brachte sich ein. Auf europäischer Ebene lernte er bei den Konferenzen der „European Christian Internet Conference“ Gleichgesinnte aus den Christlichen Kirchen Europas kennen.

Trotz seines breiten Engagements war er immer im Dekanat präsent und ansprechbar. Das ehrenamtliche Engagement war für ihn selbstverständlich. Hilfsbereit gab er Auskunft, auch wenn er Laien gegenübersaß. Er hatte große Geduld, aber auch die nötige Beharrlichkeit. Dass die Evangelischen Termine im ganzen Dekanat als Veranstaltungskalender für kirchliche Veranstaltungen genutzt werden, ist auch ein Projekt, das von ihm mit vorangetrieben wurde. Die Pfarramts-Sekretärinnen wussten, dass sie sich jederzeit an ihn wenden konnten, wenn es Probleme gab. Er koordinierte bis jetzt das EGON-Team, leitete Webmastertreffen, und als das Thema Webseiten für die Kindertagesstätten wichtiger wurde, war er zur Stelle.

Das letzte größere Projekt dieses Jahres war der Relaunch der Dekanatswebsite www.erlangen-evangelisch.de. Er setzte dabei „den Auftrag um“, wie er bei unserem Gespräch bescheiden anmerkt. Spaß gemacht hat es ihm aber auch. Er nennt das EGON Team, die Zusammenarbeit mit BildungEvangelisch, mit den AnsprechpartnerInnen aus den Gemeinden als Highlights seiner Tätigkeit. Und er betont, dass er sich immer der vollen Unterstützung durch den Dekan sicher sein konnte. Das war ihm die vielen, ungezählten Stunden Arbeit wert. Herzlichen Dank dafür!

Wir werden ihn als Internetbeauftragten vermissen, vieles wird umorganisiert werden müssen, manches kann so nicht mehr geleistet werden. Aber EGON wird es weitergeben und Hellmut Hertel bliebt als „einfaches“ Mitglied dabei. Manchen Rat werden wir noch bekommen. Was wünscht er sich für die Zukunft? Die vorhandenen Möglichkeiten, sagt er, könnten noch besser genutzt werden, man könnte auf den Webseiten noch auf mehr kirchenjahresbezogene und aktuelle Bezüge setzen. Man solle kritisch wachsam bleiben für die Möglichkeiten und Probleme des Internets und frühzeitig reagieren und beschlossenes umsetzen.

Und noch eines muss unbedingt gesagt werden. Hellmut Hertels Antrieb sich für die Kirche im Internet zu engagieren war sein Glaube. Es hatte eine geistliche Dimension. Nicht nur, dass er die Predigten für das Internet einstellte – er las sie auch. Und er tat seinen Dienst aus innerer Überzeugung heraus: Es ging ihm bei aller Technik um die Verkündigung des Evangeliums. Und dafür braucht es in der digitalen Welt auch das Internet, denn Kirche muss in der Welt präsent sein. So ist es stringent, dass er bei seinem Abschiedsgottesdienst im Rahmen der Dekanatssynode (am 19.Oktober, 18.00 Uhr, St. Matthäuskirche am Ohmplatz) keine PowerPoint-Präsentation zeigt – sondern predigt. Er sagt: „Wenn ich an meine Tätigkeit als Internetbeauftragter und Webmaster denke und diesen Auftrag an den heutigen technischen Möglichkeiten spiegle, dann kann ich nur sagen: Ihnen und mir ist es heute ungleich leichter als den Jüngern zur Zeit Jesu alle Völker zu lehren und alles zu erzählen, was Jesus befohlen hat. Das Internet und die Social Media bieten eine Fülle von Möglichkeiten, diesen Auftrag auszuführen.“ Das hat Hellmut Hertel immer versucht zu vermitteln. Und dabei ist das Internet nur ein Medium für das Glück des Glaubens. Sein Appell: „Lasst uns mit diesem Glück über Gott in die Welt gehen und davon reden. Leidenschaftlich, lieber eine Spur zu utopisch.“

Lieber Hellmut: Alles Gute, Gesundheit und viel Spaß bei neuer freier Zeit, beim Singen in der Neustädter Kantorei und bei Unternehmungen mit deiner Frau! Gottes Segen begleite Dich bei allem, was Du tust!

Christian Düfel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Evang.-Luth. Dekanat Erlangen

Foto: Düfel

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