Literaturgottesdienst am 8. November 10:00, in St. Anna Forth
Aus Anlass des 450. Todestages von Hans Sachs (1494–1576) betrachten wir sein Spruchgedicht „Die Wittenbergisch Nachtigall“ aus dem Jahr 1523 – eines der prägenden literarischen Werke der frühen Reformationszeit. Die „Nachtigall“ ist eine Allegorie auf die Lehre und Kirchenkritik Martin Luthers, die sich in deftiger Sprache auch mit der Reaktion der Vertreter der römischen Kirche auseinandersetzt. Dabei wird deutlich, wie radikal die Reformation auf das Wort der Schrift vertraute und daraus ihre Kritik an kirchlicher Macht und Missständen ableitete.
Damit stellt sich die Frage nach der Aktualität der reformatorischen Grundsätze: Was ist von dem reformatorischen Anspruch geblieben, dass nicht die Kirche selbst, sondern Christus und sein Wort die letzte Autorität besitzen?
