Geschichte

Das Dekanat Erlangen hat eine bewegte Geschichte. Sie ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden.

Erlangen_Hugenottenkirche_um_1790_001.JPGDer Zuzug französischer Glaubensflüchtlinge im Jahr 1686, der Hugenotten, bringt für die Stadt einen beachtlichen Aufschwung. Bis dahin gehörte Erlangen zum Dekanat Baiersdorf, das offenbar der bedeutendere Ort gewesen ist. Die neue Hugenottenstadt setzt jedoch neue Maßstäbe. Der Fleiß ihrer Bürger und die bisher unbekannten handwerklichen Techniken der Franzosen führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und damit zu einem erhöhten Selbstwertgefühl.

Bei den Lutheranern in der neuen Stadt entstand deshalb der Wunsch, die Superintendentur (wie das Dekanat damals genannt wurde) mit der Pfarrstelle der Erlanger Neustadt zu verbinden, also aus Baiersdorf abzuziehen. 20 Jahre nach der Gründung der Neustädter Pfarrei, im Jahr 1724, ist dies auch gelungen. Allerdings erwarben die Baiersdorfer bereits ein Jahr später die Superintendentur zurück, Erlangen jedoch blieb einziges Mitglied einer eigenen Superintendentur. Erst 20 Jahre später, im Gründungsjahr der Universität (1743) trat dieser die Altstadt bei, weitere zehn Jahre später kam Eschenau dazu.

Bis zum Übergang der Markgrafschaft Bayreuth an das Königreich Bayern (im Jahr 1810) sind diese drei Gemeinden unter sich geblieben. Nun aber wurde ein protestantisches Dekanat Erlangen gebildet, dem Baiersdorf und die zur dortigen Superintendentur gehörigen Gemeinden eingegliedert wurden. Sogar die französisch- und die deutsch-reformierten Gemeinden wurden zunächst dem protestantischen Dekanat zugeordnet.

Der heutige Zustand besteht erst seit dem Jahr 1972, als das Dekanat Münchaurach aufgelöst und zusammen mit den Gemeinden Hemhofen, Herzogenaurach, Kairlindach, Neuhaus, Oberreichenbach, Retzelsdorf und Weisendorf ebenfalls zum Dekanatsbezirk Erlangen hinzukam. Heute reicht der Dekanatsbezirk von Münchaurach bis Beerbach, von Baiersdorf bis Großgründlach und gehört mit gut 71.000 Gemeindemitgliedern [Stand: 1.1.2018] zu den Großen in der Landeskirche.

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