Dekan

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In diesen Sommertagen schlendere ich gerne durch die Straßen Erlangens und schaue in die Gesichter der Menschen. Beeindruckend ist die Vielfalt und Buntheit dieser Gesichter, die mir da begegnen: Glücklich bis traurig. Tief verschleiert bis viel Haut zeigend. Entspannt bis verkrampft. Mich wahrnehmend oder gänzlich entrückt in eine andere Wirklichkeit. Aufreizend lässig bis verschüchtert auf den Boden schauend. Türkisch, englisch, deutsch und noch viel andere mir unbekannte Sprachen sprechend … die ganze Fülle und die Vielfalt von uns Menschen ist da zu sehen.

Besonders oft darf ich das Treiben auf dem Neustädter Kirchenplatz anschauen. Verliebt sitzen Paare jeden Alters da und sind ganz mit sich selber beschäftigt. Laut wird miteinander geredet oder gemeinsam geschwiegen. Eilig rennen andere über den Platz. Mit Fahrrad oder Dreirad umkurven Kinder die Kirche. Boule wird gespielt. In den Lokalen genießen Menschen Zeit und Speise. Entspannt kommen Menschen aus der Kirche. Atem holend stützt sich eine Frau auf ihren Stock. Konzentriert und in Gedanken versunken überqueren manche zügig den Platz. Mit ihren Einkaufstaschen plagen sich andere ab. Eltern beobachten stolz ihre Kinder. So bunt und vielfältig hat Gott uns mit unserem Leben geschaffen. Das darf ich da bei Alt und Jung sehen.

Mir fallen dabei Worte ein, von denen der Pfarrer, der mich konfirmiert hat, gesagt hat, sie seien ihm für sein Leben besonders wichtig geworden:
„Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinnen gegeben hat und noch erhält … und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit …“

Dass „meinem“ Pfarrer diese Worte aus der Auslegung Martin Luthers zum 1. Artikel des Glaubensbekenntnisses so wichtig geworden sind, hat mich damals als Jugendlicher wohl so beschäftigt, weil der Pfarrer nur noch einen Arm hatte. Und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen? - war es ihm so wichtig, dass Gott ihn geschaffen hat und noch erhält. Das hat mich damals schwer beeindruckt. Heute erahne ich auch aufgrund meines Lebens und was ich mit anderen Menschen erleben durfte und musste, warum ihm diese Gedanken Luthers lebenswichtig geworden sind. Wahrscheinlich gehört eben alles, was bei mir nicht so ist, wie es gerne hätte, auch zu dem, was mein Leben mit Gott und den anderen Menschen ausmacht … wie der fehlende Arm zu meinem Konfirmator gehört hat.

Und mitten in den Gedanken kollidiere ich fast mit einem Rollerfahrer. Seine Mutter entschuldigt sich bei mir und ermahnt die Tochter, dass sie auf den Mann aufpassen muss. Toll, dass wir Menschen so aufeinander aufpassen können - mal Andere auf mich, mal ich auf Andere. Manchmal hat man den Eindruck, dass Gott auch noch auf uns aufpasst – z. B. auf Rollerfahrerinnen und nachdenkliche Männer. Gott hat uns tatsächlich toll geschaffen und erhält uns.

Viele Blicke auf und von Menschen und gute Gedanken in dieser Sommerzeit wünscht Ihnen 
Ihr Dekan Peter Huschke

Wort zum 4 Advent vom Neustadter Kirchturm
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Dekan Huschke zum 4. Advent vom Neustädter Kirchturm (Video hier)
Diesen Wochenspruch für die vierte Adventswoche möchte ich Ihnen gerne hier vom Turm der Neustädter Kirche zurufen.

"Freuet euch in dem Herrn alle Wege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!"(Phil 4, 4. 5b)
Vielleicht passt es für manche von Ihnen ja, dass ich Ihnen diese Einladung des Apostel Paulus in eher trübes Wetter hinein zuspreche, weil Sie diese Einladung für trübe Zeiten brauchen, weil Sie sich gerade harttun, irgendwas zum Freuen zu finden, weil Ihnen alles gerade grau in grau erscheint. Vielleicht müssen Sie gerade erst noch einmal genau hinschauen, ob es nicht doch was zum sich Freuen im Advent gibt oder ob Sie es zumindest trotzig sich selber zusprechen wollen.

"Freuet euch in dem Herrn alle Wege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!"
Wenn ich hier vom Kirchturm der Neustädter Kirche in die nähere Umgebung schaue, denke ich an manche Menschen, die

Dekan Huschke zum 2ten Advent
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(auch als Video verfügbar)

Lieber Gott, lass uns Zeit, 
wir senn net so weit,
für die große Freud,
zu dei‘m Sohn zu geh‘n,
an der Krippe zu steh’n.

So steht es auf der Karte für den zweiten Advent im digitalen Adventskalender von BildungEvangelisch. Dieser Adventskalender ist als Baum vor dem Kreuz+Quer am Bohlenplatz auch analog mit je einer neuen Karte für jeden Tag im Advent zu sehen ist. (als Video hier)

Lieber Gott, lass uns Zeit, 
wir senn net so weit,
für die große Freud,
zu dei‘m Sohn zu geh‘n,
an der Krippe zu steh’n.

Ursprünglich war dieser Liedtext von Erich Arneth das Geleitwort für den Hiltpoltsteiner Krippenweg 2019. Mich erinnert der Text daran: Es ist gut, wenn ich mir im Advent immer mindestens zehn Minuten Zeit nehme (dazu manchmal die Kerzen am Adventskranz anzünde) und einen Text lese, ein adventliches Gedicht, eine Liedstrophe, eine Kurzgeschichte. Das macht mich bereit für die große Freud, an der Krippe zu steh’n.

Ein zweiter Baum – dieses Mal hier innen im Kreuz+Quer –, der Geschenkbaum hilft mir ebenfalls, meine Zeit zur Vorbereitung auf die große Freud zu nutzen: 

Dekanatsbezirk
Der Dekanatsbezirk (kurz: Dekanat) umfasst alle Kirchengemeinden seines Bereiches. Er besitzt Rechtspersönlichkeit nach kirchlichem Recht und ist Körperschaft öffentlichen Rechts. Organe des Dekanatsbezirkes sind die Dekanatssynode, Dekanatsausschuss und die Dekanin/der Dekan.