Erste Hilfe gegen Armut trotz(t) Corona

Erste Hilfe gegen Armut trotz(t) Corona

So., 08.11.2020 - 10:05

Die Diakonie Erlangen sammelt Spenden für den Notfonds „Erste Hilfe gegen Armut“. Die Anzahl der Lieferungen von Lebensmitteln durch das TafelMobil hat sich durch die Pandemie verdoppelt.

DiakonieErlangen_Erste Hilfe gegen Armut_PM20201112_1 (002)ERLANGEN. Deutschland steckt im zweiten „Lockdown“. Wie bereits im Frühjahr, möchte die Diakonie Erlangen ihre Hilfen so gut es geht aufrechterhalten, denn: „Gerade Menschen ohne stabiles Umfeld, im Niedriglohnbereich oder mit geringen Renten spüren die Coronakrise noch deutlicher als andere“, betont Matthias Ewelt, Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen. Dabei habe die soziale und wirtschaftliche Krise, die mit der Pandemie einhergeht, erst begonnen. 

Beratung und Unterstützung leisten Einrichtungen wie die Bahnhofsmission, die Hilfen für Menschen in Wohnungsnot, die Sozialberatung z.B. für Familien und Senioren*innen und die Tafel. Wenn schnell und unbürokratisch geholfen werden muss, haben sie Zugriff auf den Notfonds der Diakonie Erlangen. Der evangelische Träger ruft Bürger*innen unter dem Motto „Erste Hilfe gegen Armut trotz(t) Corona“ zu Spenden dafür auf. 

TafelMobil: Bedarf an Lebensmittellieferungen verdoppelt 


Für Tafel-Leitung Elke Bollmann steht fest: „Es ist unser Auftrag, da zu sein, wenn die Menschen uns am nötigsten brauchen.“ Die Tafel Erlangen versorgt immerhin 1.800 Menschen in Erlangen, Büchenbach und Herzogenaurach mit Lebensmitteln. Das TafelMobil verzeichnet seit Beginn der Pandemie eine Verdopplung der Lieferungen. Dieser Service versorgt Kunden*innen, die aufgrund von Altersbeschwerden, Gebrechlichkeit oder Krankheiten nicht mehr selbst in die Ausgabestellen kommen können. Viele von ihnen gehören zu einer Corona-Risikogruppe. Vier Mitarbeitende bringen ihnen vorgepackte Kisten mit Lebensmitteln nach Hause.  

Eine der Kundinnen ist Doris M.*, 74. Sie hat Probleme mit dem Herzen und der Lunge, ein tragbares Gerät versorgt sie mit ausreichend Sauerstoff. Früher verdiente sie ihr Geld als Friseurin, zog drei Kinder groß und pflegte zuletzt ihren Ehemann über sechs Jahre hinweg bis zu dessen Tod. Mit dem Pflegegeld und zwei Renten kamen sie über die Runden, jetzt ist es extrem knapp geworden. Seit einem Jahr bekommt Doris M. Lebensmittel von der Tafel nach Hause geliefert. Erfahren hat sie von dieser Möglichkeit über das Seniorenbüro, dafür sei sie sehr dankbar. „Ich bin sehr viel alleine. Jetzt freue ich mich immer auf Mittwoch“, sagt sie, „nicht nur wegen der Lebensmittel, auch wegen der netten Gespräche“. 

Rainer H.* ist erst 39, körperlich aber schwer belastet: Darunter ein Bandscheibenvorfall, Tumore im Gehirn und eine linksseitige Lähmung. Selbst einkaufen gehen ist kaum möglich, das Laufen auch mit Rollator schmerzhaft und beschwerlich. „DasTafelMobil ist für mich eine sehr wichtige Unterstützung“, so Rainer H., „alleine käme ich weder bis in die Ausgabestelle, noch könnte ich die Lebensmittel heim tragen“. 

Spenden sichern Versorgung
Im Frühjahr wurde der Tafel-Betrieb durch die Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt: Hamsterkäufe hatten dazu geführt, dass die Lebensmittelspenden von Supermärkten enorm reduziert waren, außerdem gehörte auch ein großer Teil der Ehrenamtlichen zu einer Risikogruppe und fiel aus. Als die Probleme öffentlich wurden, folgte glücklicherweise eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Trotz des glimpflichen Ausgangs sorgt sich Elke Bollmann: „Ich hoffe, dass sich dieses Szenario nicht wiederholt – es war eine Zitterpartie mit enorm hohem organisatorischem Aufwand.“ Geldspenden helfen, eine durchgängige Versorgung sicherzustellen.

Die Spendenaktion „Erste Hilfe gegen Armut“ sammelt in einen Notfonds, der ohne große Hürden hilft: Neben der Versorgung mit Lebensmitteln zum Beispiel auch dann, wenn chronisch kranke Klienten*innen sich Medikamentenzuzahlungen nicht leisten können oder im Winter eine Stromsperre droht. 

*Name geändert

Spendenkonto:
Diakonie Erlangen 
IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74
BIC: BYLADEM1ERH
Sparkasse Erlangen 
Stichwort: Armut

Bitte für die Zuwendungsbestätigung die vollständige Anschrift angeben.

Bilder zur kostenfreien Nutzung freigegeben. © Diakonie Erlangen:
Bild 1-3: Mitarbeitende der Tafel Erlangen beliefern derzeit doppelt so viele Kunden*innen mit Lebensmitteln wie noch vor der Pandemie.
Bild 4: Der Lieferservice TafelMobil versorgt Menschen, die aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr selbst in eine Ausgabestelle kommen können.
 

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