Dritte Weltladen wieder "normal" geöffnet

Dritte Weltladen wieder "normal" geöffnet

Mo., 22.06.2020 - 14:15

Der Dritte Welt Laden hat nach den eingeschränkten Öffnungszeiten im März und April wieder "normal" geöffnet - Montag bis Freitag von 10-18 Uhr, Samstag von 10-14 Uhr. Und natürlich gelten gesetzliche  Auflagen und besteht ein "Hygienekonzept": nur mit Maske in den Laden, 1,5 Meter Mindestabstand, Plexiglasscheibe vor der Kasse, nur zwei Kund/innen, ansonsten "FensterFAIRkauf"...
 

3. Weltladen Erlangen wieder geöffnetDas Team des 3.Weltladens kann die Hygiene-Vorschriften zum Glück leicht umsetzen. Außerdem fühlen die Mitarbeiter*innen des Ladens sich insgesamt nicht so stark betroffen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, wie Menschen in anderen Berufen/Ländern/Situationen. Was die Weltladen-Teamer immer wieder umtreibt, ist aber die Situation bei den HandelspartnerInnen! 

Auswirkungen von Corona auf die Handelspartner*innen des Weltladens:
Die Auswirkungen auf unsere Handelspartner*innen wurden am Freitag bei einem online-Meeting der Nordbayrischen Weltläden zusammen mit VertreterInnen der Gepa diskutiert.
Es ist je nach Land und Region sehr unterschiedlich, wie die einzelnen Projekte vom Lockdown bzw. Shutdown betroffen sind, eines ist aber allen gemeinsam: Keine Arbeit – Kein Geld!
Was aber besonders auffällig ist: die Produzent*innen von Kunsthandwerk sind in viel viel schwierigeren Situationen. Sie haben in der Regel keine Möglichkeit sich vom eigenen Grund und Boden zu ernähren, eigene Grundnahrungsmittel anzubauen, während zum Beispiel Kaffeebauern oder Bananenproduzent*innen sich leichter selbst versorgen können, wenn jetzt durch die Pandemie Nahrungsmittel knapp oder teuer werden – oder die Menschen durch Ausgangsbeschränkungen nicht einkaufen können! Wenn sie nicht arbeiten können fehlt SOFORT das Geld! In Indien und Bangladesch kommen zusätzlich noch die Zerstörungen des Zyklons dazu, der zum Teil sehr große Schäden zum Beispiel an Gebäuden der Handelspartner angerichtet hat…

Was machen die Importorganisationen um die Partner*innen im Süden zu unterstützen?
- Keine Stornierung von Aufträgen bzw. Verträgen
Notfalls dann eben zum Beispiel Weihnachtsartikel fantasievoll im Januar und Februar verkauft werden falls die Ware zu spät fürs Weihnachtsgeschäft bei uns eintrifft (wer denkt denn jetzt schon an Weihnachten, werden Sie sich fragen – aber wir mussten unsere Order für Nikoläuse schon von 2 Wochen abgeben!!)
- Vorfinanzierungszeiten verlängern, Vorfinanzierungen aufstocken 
Die Gepa hat zusätzlich 100.000 Euro als Kredit für diesen Zweck aufgenommen
- Spendenaktion, Handelspartnerfonds, um besonders betroffene Projektpartner*innen in diesen Zeiten zu unterstützen

Julie Mildenberger schreibt dazu: "Alle diese Maßnahmen sind im Fairen Handel schon seit Jahren üblich und gehören zu selbstverständlichen Kriterien unseres Handel(n)s! Wie die Situation sich aber insgesamt weiterentwickeln wird, bleibt auch für den Fairen Handel spannend: Übereinstimmend berichten die Weltläden in der Region, dass die Umsätze – ähnlich wie bei uns in Erlangen - zurückgegangen sind, und zwar nicht nur während der strengen Lockdown-Phase sondern auch jetzt noch; vor allem im Kunsthandwerk sind größere Einbrüche abzusehen. Auch die Gepa berichtet von empfindlichen Verlusten – im April Umsatzeinbruch von ca. 60%, im Mai von 40% im Vergleich zum Vorjahr, weil zum Beispiel Gastronomie und Tagungshäuser komplett weggebrochen sind…
Die Hoffnung ist natürlich, dass sich die Situation bis zum Weihnachtsgeschäft entspannt, da dort erfahrungsgemäß die meisten Umsätze gemacht werden!"
 

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