Moria ist abgebrannt!

Moria ist abgebrannt!

Mo., 14.09.2020 - 12:34

Die Hölle Moria ist abgebrannt. Und damit ein Ort, der sinnbildhaft für den Ansatz der EU-Außenpolitik steht. Allein die Existenz eines Ortes wie Moria ist ein Skandal. Warum? 

Symbolischer Rettungsring hängt im Kreuz+QuerMoria ist der größte von fünf sogenannten Hotspots auf den griechischen Inseln (vier weitere gibt es in Italien). Zur effizienteren Verwaltung von flüchtenden Menschen hatte die Europäische Union 2015 dieses System etabliert, um direkt an den südlichen Außengrenzen der EU ankommende Asylsuchende zu registrieren, um sie dann wieder zurück in die Türkei zu schicken oder in Griechenland schmoren zu lassen. Die Doppeldeutigkeit des Wortes entbehrt jedes Zynismus. Seit fünf Jahren schaut Europa zu, wie sich diese Hotspots füllen und füllen, wie der Zeiger schon längst auf 12 steht, das Fass schon mehr als übergelaufen ist. 
2019 kamen etwa 123.700 Menschen als Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa. Davon erreichten etwa 74.600 Griechenland, 32.500 Spanien und weitere 11.500 Italien. Im gleichen Jahr sind ungefähr 1.900 Menschen laut Schätzung der Internationalen Organisation für Migration im Mittelmeer ertrunken. Aber wer weiß schon, wie viele es eigentlich sind. In Libyen sind zigtausende Geflüchtete auf ihrer Durchreise Folter ausgesetzt, im Mittelmeer ertrinken sie, in den europäischen Hotspots vegetieren sie vor sich hin.

Ich schreibe diesen Text und versuche mich an Fakten zu klammern. Fakten, die nicht schwer zu recherchieren sind und deren Deutung keinen Abschluss in Human Rights erfordern. Die Situation ist untragbar – und das ist sie schon so, so lange!

Diese Zustände sind nicht erst seit gestern ein Skandal. Also was dagegen tun?
Solidarisch sein: Seien Sie stolz auf eine Kirche, die ein Rettungsschiff auf die Beine stellt und stehen Sie hinter den Stadt- und Gemeinderät*innen, die sagen: „Wir haben Platz, wir sind ein Sicherer Hafen!“ Es gibt viele brennende Höllen, wie es Moria eine ist. 
Spenden: Mit Ihrer Spenden helfen Sie nicht nur konkret, Schlafsäcke, Zelte, Essen, Trinken und medizinische Versorgung zu finanzieren, sondern Sie zeigen Ihre Solidarität: mit den Geflüchteten und mit den Menschen, die sich seit Jahren für eine Veränderung der Zustände einsetzen! 
Gehandelt werden muss jetzt!

Schreibt Ihnen eine niedergeschlagene 

Carina Harbeuther (Beauftragte für  Flüchtlingsarbeit im Dekanat Erlangen)

mehr Informationen zum Thema auf den Seiten der EKD: https://www.ekd.de/flucht-und-integration-10884.htm

(14.09.20 - VÖ-Datum wegen Ansicht angepasst)

Spendenvorschläge: 

Ärzte ohne Grenzen e.V.
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00
SWIFT-BIC: BFSWDE33XXX 
Caritas international
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
 

 

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