Das kommt uns spanisch vor

In der Markus-Kirche steht die einzige original spanische Orgel in Erlangen

Christoph Reinhold Morath ist es gelungen ein seltenes Stück für einige Zeit zu uns in die Markuskirche zu bringen. Nämlich den Nachbau einer typisch spanischen Barockorgel.

Im Herzen von Kastilien prägte sich im 18. Jahrhundert ein neuer Orgelstil aus, dessen grundlegende Wesenszüge sich bis weit in das 19. Jahrhundert hinein bewahrt haben.

Die Handwerksfamilien perfektionierten diesen Stil bei Bewahrung grundlegender Gemeinsamkeiten in den Orgeln dieser Zeit: die geteilte Traktur und die horizontalen Zungen.

Besonders in den kastilischen Dörfern entwickelte sich im 18. Jahrhundert ein Profil, das sich über den ganzen geografischen Einflussraum der spanischen Krone erstreckte. Dessen hervorstechender Charakterzug, nämlich das horizontale Zungen-Werk, ist heute weltweit bekannt und eingeführt.

Die Orgel erweitert mit ihren bei sonst nicht bekannten Klangfarben unseren Horizont durch hochinteressante und unbekannte spanischen Musik, die sich zwischen den Polen „mystisch” und „extrovertiertprunkvoll” darstellt. Orgelbauer Joaquin Lois aus der Rueda wollte ein geeignetes Instrument sparsamer Größe für die Interpretation spanischer Orgelliteratur dort zur Verfügung stellen, wo man kein Instrument dieses Stils hat. In Deutschland ist diese Orgel erst das dritte original-spanische Instrument. Sie tritt mit unserer Glis-Orgel in einen interessanten Dialog.