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Herzlich willkommen auf dieser Seite!

Sie interessieren sich für Meditation? Das ist gut! Auf diesen Seiten können Sie erste Informationen bekommen, ins aktuelle Programm spitzeln und sogar online an einigen geistlichen Übungen teilnehmen. Sollten Sie Fragen haben, so schicken Sie mir, der Meditationsbeauftragten des Dekanats Erlangen, doch eine mailto:Meditation@Erlangen-Evangelisch.de . Seien Sie gewiss, dass Sie mir willkommen sind!

Kurzinformation über Meditation in der Kirche

In den evangelischen Kirchen ist die Tradition der Meditation noch stärker als in der katholischen Kirche in den Hintergrund getreten. Gemeinsam aber ist, dass diese Art des Nachsinnens über Gott, Sein Wort und Seine Schöpfung und des Betens in verschiedenen Orden beider Konfessionen erhalten geblieben ist.

Meditation – in der Kirche eher etwas Fremdes
Die offiziellen Kirchen beobachten diese Form seit alters her ein wenig mißtrauisch, wohl weil ein Meditierender eigene spirituelle Erfahrungen und Erkenntnisse geschenkt bekommen kann, die nicht ohne weiteres auf der Diskussions- und Nachdenkebene nachzuvollziehen sind. Sie entzogen und entziehen sich damit dem Verkündigungs- und Auslegungsmonopol der Kirche.
Es ist nicht von Ungefähr, dass das Wort „Mystik“ (übrigens in allen drei monotheistischen Religionen) die Bedeutung von „verschwommen geheimnisvoll, nur für Eingeweihte zu verstehen“ bekam und im Abendland sich so manch ein Mystiker von der Inquisition verfolgt sah (z. B Meister Eckhart, Johannes vom Kreuz, Theresa von Àvila, Ignatius von Loyola, Martin Luther).

St. Ignatius Loyola (1491-1556)

Häufige Bedenken: 1. Meditation ist dämonisch

Es hat sich im Laufe der Jahrhunderte gezeigt, dass dieses Misstrauen manchmal durchaus berechtigt war, und auch heute ist es wichtig, sich Menschen, die Meditation als WEG anleiten, genau anzuschauen. Lassen Sie sich aber nicht abschrecken von grundsätzlichen Behauptungen wie: ‚Meditation ist des Teufels, dämonisch‘. Sondern auch hier gilt: „An den Früchten können Sie es erkennen!“ – Und an den Preisen! Je höher, desto unwahrscheinlicher, dass Sie einen ‚Meister‘ vor sich haben.
Und vergegenwärtigen Sie sich, falls Sie verunsichert sind, dass gerade durch Meditation uns große Glaubensvorbilder (dazu gehört auch Martin Luther!) und Heilige erwuchsen. 

Häufige Bedenken: 2. Meditation ist Selbsterlösung

Einer der häufigsten Vorwürfe kirchennaher Menschenlautet, Meditation sei ein Weg zur Selbsterlösung und daher in ihrer Tiefe unchristlich.
Es steht außer Zweifel, dass ein Nicht-Übender diesen Eindruck bekommen kann. Wer sich allerdings konkret darauf einlässt, merkt bald schmerzlich, dass man keinerlei Ergebnis zu irgendeinem Zeitpunkt steuern und damit aktiv erreichen kann. Das Einzige, was der Übende tun kann, ist, sich Gott für Sein Handeln zur Verfügung zu stellen. Ob, wie und wann Er das tut, ist unsererseits absolut nicht beeinflussbar.

Häufige Bedenken: 3. Meditation macht weltfremd und egozentrisch

Ein letztes Bedenken ist die Befürchtung, man beschäftige sich in der Meditation nur mit sich selber, statt in der Welt mit ihrer Unordnung aktiv zu sein. Ja, man laufe Gefahr, weltfremd, inaktiv und selbstsüchtig zu werden.
Diese Befürchtung ist dann zutreffend, wenn der Übende sich auf irgendwelche obskure Lehrer eingelassen hat. Die jahrtausendealte Erfahrung in allen Religionen zeigt ansonsten, dass die Übenden offene, selbstlose und höchst aktive Menschen werden. Aktiv und selbstlos im Dienste Gottes statt aktiv und egozentrisch im Dienste der eigenen heimlichen Bedürfnisse.

Was ist nun Meditation?

Eigentlich etwas ganz Schlichtes. Sich still, mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand auf Gott lauschend, nachsinnend und nachspürend z.B. mit einem Text oder einem Bild. beschäftigen, in der Hoffnung, dass einem neue, tiefere Erkenntnis geschenkt wird. 
Diese Beschäftigung unterscheidet sich insofern vom normalen Durchdenken, indem man sich in sehr viel Zeit ganz wenig vornimmt und dabei, wie erwähnt, auch Leib und Seele mit beachtet. Alles Geschaute wird in wahrhaftiger Offenheit Gott gezeigt.
Bald merken wir auch, dass uns auf ganz neue Art Texte, Beziehungen, unser Charakter und unsere Konflikte aufgehen. Wir werden dabei oft konfrontiert mit unserem Selber-Machen-Wollen, unserer Leistungsorientierung, unseren Veränderungswünschen und unseren Befürchtungen. Es ist nicht leicht, Situationen oder gar sich selbst Gott wirklich zu überlassen.

Ist Kontemplation dasselbe wie Meditation?

Da heutzutage beide Begriffe gewöhnlich durcheinander verwendet werden, ist zu sagen, dass sich die Kontemplation von der Meditation darin unterscheidet, dass der Betende auf jeden geistigen Inhalt verzichtet und sich auf nichts als nur auf Gott ausrichtet. Es geht nicht mehr darum, irgend etwas von Gott zu erbitten oder zu erlangen, sondern nur noch um Hingabe an Ihn. Das klingt sehr einfach, ist auch leicht zu verstehen, aber schwierigst zu vollziehen. Eigentlich kann man von einer großen, notwendigen Umkehr sprechen: Vom Haben hin zum Sein. Die meisten Wüstenväter und Mystiker haben diese Art des Betens praktiziert. 
Übrigens: Wußten Sie, dass Jesus bis zu acht Stunden an einem stillen Ort ganz abgeschieden betete? Da er viele Worte beim Beten ablehnte und man auch so lange gar nichts zu sagen hätte, können wir annehmen, dass er meist ganz still auf Gott lauschte.

Was geschieht in solchen geistlichen Übungen?

Sie werden mit meiner Antwort unzufrieden sein: Finden Sie es selber heraus! 
Eines ist sicher: Ihre Vorstellungen von Gott und von sich selber werden sich verändern. Es ist niemals wirklich langweilig, und es kommt jedenfalls anders als Sie denken!

Letzte Änderung: 2008-02-17

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