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Was sind geistliche Übungen?

a. Geschichte

Bereits in der frühesten Christenheit gab es geistliche Übungen, um die Schrift besser zu verstehen , um Gott näher zu kommen und sich von ?Ihm verwandeln zu lassen. Die Wüstenväter und –mütter, Augustinus, Benedikt von Nursia, aber auch Franziskus und Meister Eckhart,später Johannes vom Kreuz, Theresa von Ávila und Gerhard Tersteegen, um nur einige bekannte Namen aus dem Abendland zu nennen, berichten von ihren Erfahrungen mit solchen Übungen bzw. Gebetsformen, die aber nicht systematisch gebündelt waren.
Dies geschah durch Ignatius von Loyola, ein Zeitgenosse von Martin Luther und der Ordensgründer der Jesuiten, der den Begriff „geistliche Übungen“ prägte.
Er war ein äußerst eifriger Mensch, der nie etwas halbherzig tat. Da er einer adligen, spanischen Familie entstammte, war er zunächst von Herzen gerne Soldat. Während einer Belagerung, bei der er durch besonderen Mut auffiel, wurde er so schwer verwundet, dass er mehrere Monate bettlägerig war. Zu lesen gab es nur die Bibel, ein Buch, das vorher für ihn nur wenig Bedeutung hatte.
Diese Lektüre begeisterte ihn so sehr, dass er der Karriere als Offizier den Laufpaß gab und sich ganz der Sache Jesu widmete. Dabei wurde er, wie Martin Luther, ständig von der Frage gequält, wie er einen gnädigen Gott bekommen könne. Wie Martin Luther wurde ihm nach langer Verzweiflung die große Barmherzigkeit und Gnade Gottes klar. 
Er durchlebte eine längere Phase harter Askese bis er erkannte, dass dieser Weg nicht zur liebenden Nachfolge führte. 
Deshalb studierte er in Paris Theologie und hatte schon bald eine Gruppe von Anhängern um sich. Er suchte den Kontakt zu den Kirchenfürsten, um auch ihre Herzen für die Sache Jesu zu gewinnen Viele schöpften Verdacht und ließen ihn – insgesamt neun Mal – durch die Inquisition gefangen nehmen. Letztendlich aber wußte er das Vertrauen des Papstes, den er ebenfalls bekehren wollte, zu gewinnen.
Er entwickelte für seine Anhänger (und später für die Ordensneulinge) die sogenannten Großen Exerzitien, die das ehrgeizige Ziel haben, den Menschen dahin zu begleiten, dass sie sich aus völlig freien Stücken für konsequente Nachfolge Jesu entscheiden können, sich ganz in dessen Dienst stellen und von ihm in einen auf Gott ausgerichteten, liebenden Menschen verwandeln zu lassen. 
Die Übungen zeigen große Ehrfurcht nicht nur vor Gott, sondern auch für den Übenden. Man merkt sehr deutlich das profunde Wissen Ignatius‘ um die Seele des Menschen.

Im Laufe der Jahrhunderten ging bei den Jesuiten das tiefe psychologische Wissen eine Weile verloren, wodurch sich die Exerzitien überwiegend zu reinen Vortragstagen vor einem schweigenden und reflektierenden Auditorium entwickelten. 

b. Die heutige Praxis

Vor ca. 30 Jahren schwang das Pendel zurück. Jetzt gibt es wieder viele fähige Jesuiten und andere, die den von Ignatius aufgezeichneten Weg mehr oder weniger suchenden Christen anbieten. Auch andere Orden bieten inzwischen spirituelle Tage mit eigenen Übungsformen an.
Gewöhnlich aber dauern diese Übungstage, die im strengen Schweigen ablaufen, nicht wie vorgesehen dreißig, sondern zwischen fünf und zehn Tagen, in denen nur ausgesuchte Kapitel „durchgeübt“ werden. Man hält sich dafür mit anderen Übenden in einem geeigneten Bildungshaus auf. Es herrscht immer strenges Schweigen, wobei durchaus Zeit für tägliche Entspannungsübungen und Einzelspaziergänge gegeben wird .
Darüber hinaus entwickelte Franz Jalics, SJ, vor ca. 40 Jahren einen systematischen Fortführungsweg, auf dem in die Kontemplation (Gebet der Ruhe, Jesusgebet) eingeführt wird.
Viel Anklang finden auch die sogenannten Alltagsexerzitien, bei denen die Exerzitanten im ganz normalen Alltag sich täglich Zeit für Gott nehmen. Gewöhnlich dauern solche Exerzitien 7 – 10 Wochen. 

Wenn ich also geistliche Übungen via Internet anbiete, handelt es sich grundsätzlich um Alltagsexerzitien bzw. Einführung in Kontemplation im Alltag.

Feste Bestandteile aller Exerzitien sind:

c. Einige grundsätzlichen Bemerkungen zu den geistlichen Übungen

Zuerst: Es gibt Grundregel, die Sie beachten sollten:

1. Regel: Regelmäßigkeit

  • Wenn Sie wirklich mit Hilfe von geistlichen Übungen Ihren Weg gehen wollen, ist es sehr wichtig zu wissen, dass Sie sich jeden Tag wenigstens einmal für eine Übung zwischen 15 und 30 Minuten Zeit nehmen sollten. Warten Sie nicht, bis Sie Lust zum Sitzen haben!! Oder bis es Ihnen spontan einfällt oder bis sich eine Zeitlücke auftut. Das geht garantiert schief. Es ist wie Sport, Musik oder bei einer Fremdsprache: Wenn Sie weiterkommen wollen, ist geplantes, konsequentes Üben notwendig. Ich ermutige Sie daher, auszuprobieren, welcher Zeitpunkt für Sie in Ihrem Alltag sowohl äußerlich als auch innerlich richtig ist. 
  • Wenn Sie ihn gefunden haben, bleiben Sie möglichst treu dabei. Lassen Sie keine längere Pausen verstreichen, weil die Kontinuität Ihres inneren Prozesses damit abgebrochen würde. Es würde schwieriger, den Faden wieder aufzunehmen.
  • Diese Treue wird zunächst mühselig für Sie sein. Wenn Sie aber „dran“ bleiben, wird es Ihnen eines gar nicht so fernen Tages ein Bedürfnis werden, sich vor Gott hinzusetzen, weil Sie merken, dass diese stillen Zeiten Ihren Tag positiv beeinflussen.

2. Regel: gleicher Meditationsplatz

  • Meditieren Sie immer am selben Platz und sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Stellen Sie sich eine Kerze oder etwas anderes hin, das Ihnen hilft, dem Platz etwas Besonderes zu geben. Achten Sie darauf, dass Ihre Augen möglichst „nichts“ vor sich haben. Alles Überflüssige würde Sie ablenken!
  • Bevor Sie sich hinsetzen, stehen Sie kurz still vor Ihrem Platz und halten Sie inne. Setzen Sie sich ruhig und achtsam hin. Beim Beenden der Meditation verbeugen Sie sich, stehen ruhig auf und halten noch kurz inne. Bringen Sie dann, falls nötig, Ihren Platz wieder in Ordnung.

3. Regel: bereiten Sie sich vor 

  • Meditieren Sie niemals unter Zeitdruck!
  • Setzen Sie sich so hin, dass Sie die ganze Zeit still, also ohne Bewegung, sitzen können. Die gerade Haltung hat sich da am besten bewährt. 
  • Falls Sie mit offenen Augen meditieren wollen, halten Sie einen Punkt ca. 1,5 m vor Ihnen im Blick, ohne abzuschweifen. Sie können auch die Augen schließen, wenn das für Sie besser ist. 
  • Verabreden Sie mit sich selber, wie lange Sie sitzen wollen. Machen Sie sich 
    bewußt, dass Gott auch jetzt in Ihrer Gegenwart ist und richten Sie sich auf
    Ihn aus. Schenken Sie ausdrücklich Ihm die Zeit, die Sie mit sich verabredeten (das bedeutet, dass Sie die Zeit also nicht abkürzen!) 
  • Nehmen Sie sich ca. 5 Minuten, verschiedene Regionen Ihres Körpers wahrzunehmen oder dem Ticken der Uhr oder dem Plätschern eines Zimmerbrunnens, Kinderstimmen u.Ä. zu lauschen. Seien Sie hellwach und interessiert dabei, als würden Sie dies alles zum ersten Male erleben.

Übungen für Schriftmeditation  (gegenständliche Meditation)

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Texte zu meditieren. Ich schlage Ihnen nur zwei vor, eine für Texte ohne, eine für Texte mit Handlung. 

Text ohne Handlung:

  • Lesen Sie nach der obligaten Vorbereitung den gesamten Text mehrmals aufmerksam und gaaanz langsam durch. 
  • Bringen Sie vor Gott, was Sie sich von Ihm zu dem Text oder dieser stillen Zeit erhoffen, aber überlassen Sie Ihm, was Er damit tut. Bitten Sie außerdem um Einsicht und ein hörendes Herz.
  • Verkosten Sie jetzt den Text Wort für Wort, Satz für Satz. Lassen Sie alles auf sich wirken und nehmen Sie dabei achtsam alle Regungen in Leib und Seele (nicht so sehr im Geist, damit Sie nicht arg ins Denken kommen) wahr. Verweilen Sie jeweils so lange bis Sie Genugtuung darüber erfahren. Streben Sie keine Vollständigkeit an. Es kommt ja auch noch ein Morgen!
  • Mit einem Gespräch mit Gott abschließen

 

Text mit Handlung: 

  • Lesen Sie aufmerksam die Handlung. Achten Sie dabei darauf, wie die verschiedenen Personen darin vorkommen.
  • Bringen Sie vor Gott das Einleitungsgebet (s.o.)
  • Machen Sie die oben beschriebene Wahrnehmungsübung 
  • Stellen Sie sich innerlich die Szene vor: Landschaft, Wetter, Gegenstände, Personen, Kleidung.
  • Identifizieren Sie sich mit einer der Personen
  • Lassen Sie die Szene mit Ihnen als handelnde und fühlende Person ablaufen. Achten Sie gut und wahrhaftig auf alles, was sich in Ihnen in Leib und Seele regt.
  • Wiederholen Sie die Szene in wechselnden Rollen. Scheuen Sie sich nicht, sich auch in die Rolle Jesu zu begeben, sollte er in der Handlung vorkommen.
  • Schließen Sie die Szene ab, indem Sie einen Dialog führen mit Gott, mit Jesus, mit Maria oder Maria Magdalena, und zwar nach einander. Sie lauschen dabei sorgfältig in sich hinein.
  • Bewusster Abschluss: nachspüren, Abschlussgebet, zurückkommen

 

4. und wichtigste Regel: Alles darf da sein!

Bitte, erlauben Sie allen Regungen, allen Gedanken, allen Verspannungen, seien sie noch so heilig oder noch so schrecklich und alles was dazwischen ist, da zu sein, zu existieren. Schauen Sie aufmerksam hin und halten, meinetwegen beschämt, alles Gott ungeschminkt hin. Haben Sie keine Angst davor, denn ?Er weiß ja sowieso, was in Ihnen los ist, also verbergen Sie es Ihm nicht, sondern vertrauen Sie darauf, dass Er Ihnen – auf Seiner Weise – helfen wird. Das Versteckspiel ist wesentlich krankmachender als das vertrauensvolle Zeigen. Falls Ihnen das schwer fällt (es geht vielen Menschen so), erzählen Sie Gott, dass Sie Mühe damit haben, Ihm Ihre Gedanken und Gefühle ehrlich zu offenbaren. Er möge halt ein wenig Nachsicht haben. Versuchen Sie dieses Hinhalten so unbefangen wie Ihnen nur möglich zu tun.
Weil diese vertrauensvolle Haltung im Anfang ganz schön schwierig ist und weil Sie möglicherweise überhaupt erst entdecken müssen, was so in Ihnen ist, üben Sie sich bitte darin, jede Meditation abzuschließen mit Nachspüren:

  • Klingt noch etwas in mir nach, was mich erfreut, mich beunruhigt, blockiert? Wie 
    merke ich etwas davon in meinem Körper?
  • Gibt es etwas, was ich besprechen möchte?

Diese sind die wichtigsten Regeln. Wenn Sie mögen, führen Sie ein Tagebuch über Ihre Meditationserfahrungen. 
Scheuen Sie sich nicht, mit einem geistlichen Begleiter Kontakt aufzunehmen, wenn Sie gerne mit jemandem darüber reden möchten. Er hat selbstverständlich Schweigepflicht, sofern er eine Ausbildung als Theologe, Arzt, Psychologe oder Sozialpädagoge hat. Manche Begleiter, die da nicht zu gehören, gehören zur Crew eines Pfarrers/Priesters, wodurch sie eine sogenannte „abgeleitete Schweigepflicht“ haben. 
Wenn Sie wegen einer erdrückenden Schuld eine Beichte ablegen wollen, sollten Sie als Katholik oder Orthodoxer zu einem Priester, als Evangelischer zu einem Pfarrer oder einem Christen Ihres Vertrauens gehen.

Das Gebet der Ruhe bzw. das Jesusgebet (nicht-gegenständliche Meditation)

Diese Gebetsform verzichtet auf jeglichen Gegenstand, sei es Text, Bild oder ein mentales Gebet. Hier geht es nicht mehr darum, die Schrift oder sonst etwas tiefer zu verstehen oder Gott um etwas zu bitten. Einfacher gesagt: Es geht nicht mehr um die Gaben Gottes, sondern um Gott selber. Wir richten uns hier radikal nur auf Ihn aus. 

Um herauszufinden, ob dieses Gebet für Sie „dran“ ist, ist eine einfache Frage zu beantworten: Empfinden Sie Freude am Bittgebet, am Bedenken von Texten, an der Klarheit, die Sie dabei gewinnen? Dann ist diese Gebetsform für Sie nicht das Richtige! Besser, Sie vertiefen diese Freude, indem Sie noch emsiger die Schriftmeditation üben. Sie werden merken, dass Ihr Vertrauen dadurch noch tragender wird.
Sind Ihnen diese Gebete und Texte jedoch irgendwie trocken geworden, obwohl Sie treu dabei geblieben sind, so sollten Sie dieses einfache Gebet probieren. Es könnte sein, dass es für Sie jetzt „dran“ ist, den Weg der Hingabe und des Schauens zu gehen.
Dieser Weg ist keinesfalls immer ruhig und beschaulich, auch wenn die Betitelung dies vermuten lässt. Gilt bereits für die gegenständliche Meditation das Prinzip der Treue in der Übung, so ist das jedenfalls unerlässlich bei diesem Gebet. Auch sollte man es nicht üben ohne die Begleitung eines Menschen, der Ihnen schon einige Jahre im beharrlichen Üben voraus ist. Es gibt nämlich leider viele Möglichkeiten, in die Irre zu gehen.
Wenn Sie damit beginnen wollen, so melden Sie sich bei mir. Ich werde Ihnen erste Übungen sagen und Ihnen dabei behilflich sein, sie „richtig“ zu machen, damit Sie Verständnis für die Grundprinzipien bekommen. Sollten Sie dabei bleiben, will ich Sie gern auf Ihrem Weg begleiten, wenn Sie wollen.

Tagesrückblick bzw. das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

Halten Sie nach dem Berufsalltag, am Beginn des Abends oder vor dem Schlafengehen 15 Minuten frei. 
Sind Sie eher ein Morgenmensch, tun Sie das in der Frühe.

1. Den zurückliegenden Tag mit den einzelnen Ereignissen anschauen

  • Auf die Gefühle achten, die aus dem Tag da sind

2. Was gab es heute Erfreuliches, Ermutigendes, Gelungenes?

  • Erfuhr ich Freundlichkeit, ohne dass ich mich darum bemühte? 
  • Auf die Gefühle achten, die jetzt da sind.
  • sich vor Gott daran freuen und Ihm dafür danken.

3. Was gab es heute, was weniger oder gar nicht gelang?

  • Ganz ehrlich hinschauen
  • Bedauern und Schmerz darüber zulassen
  • Spüre ich ein JA oder eher ein NEIN zu diesen Geschehnissen?
  • Verzeihung suchen beim Nächsten, bei Gott bzw.
  • Verzeihung gewähren bzw. sich bewusst machen, dass das noch nicht geht, 
    weil...
  • Dies Gott hinhalten und um Erbarmen, um Sein JA zu Ihnen bitten.

4. Der Blick auf Morgen (heute):

  • welche Anregung nehme ich aus dem heutigen (gestrigen) Tag mit?
  • welche sind die wichtigsten Vorhaben, die ich morgen (heute) in Angriff nehmen 
    will?
  • Was macht mir Mut, was macht mir eher Sorgen oder gar Angst? - Dies alles Gott hinhalten

5. Mag ich am Ende (Anfang) dieses Tages ein Gebet sprechen?

 

Wahrnehmungsübungen

Ein Ziel jeglicher Meditation ist ja, gegenwärtig, wach, bewusst zu sein, weil man in diesem Zustand lieben bzw. nur selten lieblos sein kann. Deshalb sind Wahrnehmungsübungen als Rahmenübungen immer sehr geeignet, den Geist zu trainieren, im Hier und Jetzt zu bleiben statt woanders zu sein.

Wahrnehmungsübungen für die Sinne sind äußerst einfach und bringen den Geist recht schnell zur Ruhe. 
Ich schlage Ihnen einige vor:

  1. Gehen Sie in der Natur alleine (also auch ohne Hund) und ein wenig langsamer als sonst spazieren und schauen Sie, lauschen Sie, fühlen Sie, was alles da ist. Wenn Sie merken, dass Ihre Gedanken sonst wo sind, kehren Sie lächelnd in die Gegenwart zurück. Es gibt viel wahrzunehmen: Der Wind, das Licht, das Rauschen der Blätter, der Duft von Blumen oder feuchter Erde, die Wärme der Sonne, die Wolkenformen, die Härchen der Biene, das Singen der Vögel, das Glucksen eines Baches, die Gestalt eines Baumes usw. Richten Sie auch mal Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Fußsohlen und spüren Sie den Untergrund, auf dem Sie laufen. So ein Spaziergang sollte mindestens 45 Minuten dauern, weil unser Geist ca. 15 - 20 Minuten braucht, um dort anzukommen, wo Ihr Körper gerade ist.
  2. Setzen Sie sich hin und reisen Sie mit Ihrem inneren Auge durch Ihren Körper. Merken Sie Ihre Füße in den Schuhen? Spüren Sie den Stoff auf den Knien? Und Ihre Sitzfläche auf dem Stuhl? Fahren Sie so weiter. Schauen Sie mit Interesse hin, was Sie alles an Ihrem Körper samt der Bekleidung erspüren und wahrnehmen können. Falls Sie eine Stelle nicht merken, dann haben Sie immerhin gemerkt, dass Sie da nichts merken. Das ist doch auch schon was! Also nichts forcieren, bitte! Und wenn Sie Verspannungen oder Schmerzen spüren, dann wollen Sie diese nicht ändern, sondern schauen Sie nur freundlich mit Ihrem inneren Auge hin und lassen alles so sein wie es ist. Denn alles darf da sein! Und dann wandern Sie wieder weiter. Je öfters Sie diese Körperreise machen, desto mehr Details werden Sie wahrnehmen. Das ist interessant und macht auch Spaß.
  3. Wenn Sie nicht gerade hastig Ihr Essen hinunterschlingen müssen, gönnen Sie sich, eine Mahlzeit bewusst zu essen. Schauen Sie die Farben an, ziehen Sie den Duft der Speisen genießerisch durch die Nase, schieben Sie aufmerksam das Essen auf die Gabel und schmecken Sie! Bleiben Sie mit der Achtsamkeit bei Zunge und Nase, während Sie kauen. Nicht was anderes tun! Ich sage Ihnen: Es wird Ihnen köstlicher als sonst schmecken.
  4. Ganz einfach: Legen Sie sich hin und spüren Sie, wie Ihr Atem den Bauch hebt und wieder zusammenfallen lässt. Auf und ab und auf und ab. Das ist alles. Wenn Sie Lust haben, entdecken Sie, wo Sie sonst noch den Atem wahrnehmen können. Aber greifen Sie nicht ein, mögen Sie noch so verkrampft atmen. Alles darf da sein!

Letzte Änderung: 2008-02-17

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